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Meine Erfahrung mit Abszessen beim Kastraten [message #80108] Sat, 12 February 2011 21:42
bine ist gerade offline  bine

Beiträge: 112
Registriert: September 2009
Ort: Bodensee
Alles fing am 25.04.2010 an.
An diesem Tag verstarb meine Maus nach kurzer und heftiger Krankheit beim TA.
Noch am gleichen Tag haben mein Lebensgefährte und ich entschieden,wenn wir bis in 3 Wochen keinen neuen Partner für Amy gefunden hätten,ich sie freiwillig abgeben würde.
Also schrieb ich eine E-Mail an Bini und noch am gleichen Abend vereinbarten wir einen Termin für den 01.05.
Da sollte Momo bei uns einziehen.
Also morgens Amy eingepackt und los ging´s Richtung Filderstadt.
Bei Bini angekommen wurde erst mal Amy begutachtet und auch kontrolliert ob´s wirklich ein Weibchen ist.
Als dann Momo kam,war ich begeistert,aber auch skeptisch,denn schließlich kenne ich ja meine Zicke Amy.
Doch es passierte nicht sonderlich viel.
Die beiden beschnupperten sich und kuschelten dann miteinander.
Nach einer guten Stunde wurden beide in eine größere Transportbox umgepackt und ab ging es mit dem Auto wieder Richtung Bodensee.
Zuhause angekommen ereignete sich nicht sonderlich viel bis zum 04.05.
Als ich abends am 20:30Uhr von der Arbeit kam,wurde ich bereits bettelnd von Momo erwartet.
Dieser präsentierte mir einen Penisvorfall. Als habe ich ihn raus gefangen und versucht den Vorfall selber zu beheben,was mir aber nicht gelang.
Also griff ich zum Telefon und erreichte meinen TA noch.
Amy und Momo eingepackt und ab zum TA. Mittlerweile hatten wir nach 21Uhr.
Der TA behob recht schnell den Vorfall,entfernte vorher aber noch einen recht großen Haarring und untersuchte dann die 2 Beulen die Momo neben seinen Kastrationswunden hatte.
Mittels Ultraschall konnte er mir sagen,das es dort eine Flüssigkeitsansammlung gäbe,aber ob es nun Blut oder Eiter sei,wisse er noch nicht.
Also wurde die größere der beiden Beulen punktiert und heraus kam Eiter.
Und somit war klar,das beide Beulen Abszesse an den Kastrationsstümpfen waren.
Wir vereinbarten noch einen OP-Termin für den darauffolgenden Morgen.
Am gleichen Abend habe ich Bini noch informiert.
Am 05.05., also am OP-Tag mußte ich ab mittags arbeiten,doch kurz bevor ich zur Arbeit fuhr hielt ich es nicht mehr aus und rief in der Praxis an und erkundigte mich nach Momo´s Stand.
Die TA-Helferin sagte mir dass er schon wieder fleißig am motzen sei und so fuhr ich beruhigt Richtung Arbeit.
Abends auf dem Heimweg besorgte ich noch Einwegspritzen in der Apotheke und Möhrenbrei von Alete für die Medikamentengabe.
Doch was mich dann zuhause erwartet hatte ich nicht erwartet.
Momo saß keifend in seinem Käfig mit der Krause um den Hals und die Wunden sahen furchtbar aus.
Mein Lebensgefährte erzählte mir kurz was der TA gesagt hatte und ich machte mich zeitgleich an die Herstellung von Pelletbrei.
Das aufziehen mit der Spritze klappte nicht so wie ich es mir vorstellte.Und da Momo,der in ein Handtuch gewickelt auf meinen Knien lag auch nicht sonderlich kooperativ war,nahm ich ihn in den Arm wie ein Baby und fütterte ihn mit kleinen Pelletkugeln.
In der Nacht vom 05. - 06.Mai fütterte ich ihn weitere 2 Male.
Nachmittags mussten wir dann zum TA zum spülen.
Ich habe versucht ihm beizustehen beim spülen der Wunden,doch es kam noch eine ganze Menge Eiter raus,so das ich der TA-Helferin Momo in die Arme drückte und raus ging.
Er bekam noch eine Spritze mit AB und Schmerzmitteln und es wurde ein neuer Termin vereinbart.
Als ich Freitag abends nach hause kam schniefte Momo mich lauthals an.
Er versuchte mich anzumotzen doch aufgrund seiner Erkältung klag es rostig und für mich besorgniserregend.Habe ihn dann erst einmal in ein Handtuch eingepackt und bin dann zum Telefon um bei TA anzurufen um zu fragen was ich machen kann.
Der Doc meinte ich solle Temperatur messen,klar ist ja so einfach bei einem Tier das da unten 2 große Wunden hat.
Mit Mühe und Not habe ich es dann doch geschafft und nach einem erneuten Telefonat mit dem TA sollte ich ihn gut warm halten und regelmäßig Temperatur kontrollieren.
Als mein Lebensgefährte dann mitten in der Nacht nachhause kam wunderte er sich doch ein wenig weil ich auf der Seite liegend mit einem Handtuchhaufen gesprochen habe.
Erst bei genauem hinsehen konnte er in diesem Handtuchhaufen Momo erkennen,den ich auf eine erwärmte Körnersocke gesetzt hatte und zusätzlich noch 2 Handtücher drum gewickelt hatte.
Und dieser Haufen lag auf der Höhe meines Herzens so das Momo meinen Herzschlag mitbekommen hat und sich so beruhigte und fast die ganze Nacht so verschlief.Von da ab habe ich bei jedem füttern erst mal seine Nase von dem ganzen Rotz und den losen Haaren befreien müssen,denn sonst hätte er irgendwann gar keine Luft mehr bekommen.
Der erste Termin in der neuen Woche war schlimm.Denn auf beiden Wunden hatten sich kleine Krusten gebildet und diese mussten wieder gelöst werden damit gespült werden konnte.
Nach guten 7 tagen Behandlung kam endlich kein Eiter mehr und nach 12 Tagen merkte man beim spülen deutlich das die Wunden kleiner wurden.
Momo wehrte sich auch nicht mehr so heftig.Er zeigte seinen Unmut nur noch durch sehr kräftiges rostiges meckern beim öffnen der Box und durch eine wirklich enorme Köttelproduktion.

Tja,und dann fing der Herr an seinen Trichter zu zerlegen.
Ich hörte ein knabbern und knacken und dachte ich seh nicht richtig als ich nachschauen ging.Er hatte es tatsächlich geschafft den unteren Trichterrand,der an seinem Hals anliegen sollte soweit nach vorne zu ziehen das er diesen anfressen konnte.Ende vom Lied war ein erneuter TA-Besuch,da Momo eine nicht grade geringe Menge Plastik gefressen hatte.
Die TÄ und ich fertigten dann mit einem Stück Mullbinde und Pflaster eine Konstruktion,die den Trichter soweit hinten hielt das er nicht mehr dran knabbern konnte.
Momo bekam dann erst mal nichts gegen das viele gefressene Plastik,ich sollte ihn einfach nur gut beobachten.

Tja,und dann passierte das nächste;er zog sich die Mullbindenenden in den Trichter rein und vertilgte die Mullbinde.
Das Ende vom Lied war ein stinkiger Momo,dem ich die Mullbinde soweit kürzte das er nicht mehr drauf rum kauen konnte.und er bekam einen leicht geblähten Bauch.Also habe ich ihm mehr Apfelsaft verabreicht,ihn auf der Couch nach dem füttern flitzen lassen und ihm regelmäßig Bauchmassagen angedeihen lassen.
Das alles hat dazu geführt das er über das gesamte WE eine Unmenge an Kötteln absetzte,die alle Plastik- und Mullbindenreste enthielten.
Einen weiteren Tag hielt er uns in Atem weil er den ganzen Tag keinen Köttel und keinen Urin absetzte.
Ich dachte natürlich gleich das schlimmste und bin abends mit ihm zum TA.
Oh was war der TA erfreut ihn zu sehen,denn Momo hat kräftig zugebissen,da der TA es doch tatsächlich gewagt hatte mit seinen Fingern in der Trichter zu langen,nur um Momo´s Ohren wieder nach draußen zu schieben.
Tja und im Wartezimmer hatte mir der große Motzer die ganze Box vollgeköttelt,und somit war ein Abführmittel nicht mehr notwendig.

2 Tage später ein neues Problem,Momo´s After war stark gerötet und geschwollen.
Das unter anderem daher kam, das er gerne in seiner Pipiecke saß und auch die ganzen Spülungen gingen nicht spurlos daran vorbei.
Doch mithilfe von Surolan,welches ich 2 mal am Tag einmassieren sollte,war das schlimmste nach 5 Tagen wieder weg.
In der Zwischenzeit war die kleine Wunde ganz zugewachsen und Momo forderte immer mehr Futter ein.
Nachts habe ich ihn nach den ersten 2 Nächten durchschlafen lassen,morgens zwischen 5:30 – 6:00 Uhr gab es die erste Portion.
So gegen 10 Uhr dann die zweite,aber wirklich nur eine kleine Zwischenmahlzeit.
So zwischen 12:30 – 13:00 Uhr dann die nächste.
Um 18 Uhr gabs dann wieder was größeres.
Um 21 Uhr forderte er ebenfalls eine recht ansehliche Portion ein.Und um Mitternacht gabs meistens die letzte Mahlzeit des Tages.
An Tagen wo ich Frühschicht hatte,gabs morgens um 6 Uhr was. Zwischen 8 und 14Uhr schaute mein Lebensgefährte regelmäßig nach ihm und steckt ihm sofern Momo wach war,kleine Hafereckenstückchen oder Sonnenblumenkerne zu. Weiter ging es an solchen Tagen um 14 Uhr,wo die Portion natürlich sehr groß ausfiel.Und ab da im guten 4 Stundentakt bis um Mitternacht.
Hört sich jetzt unheimlich viel an,aber wenn man bedenkt das ich ihm jedes einzelne Pellet vors Schnäuzchen gehalten habe,ebenso jeden Heuhalm oder Blattstückchen ist es nicht mehr so viel.Er hielt in der ganzen Zeit sein Gewicht bei 580 – 600g.

Tja,und dann kam der Tag an dem ich vor Freude einen kleinen Satz gemacht habe.Denn auch die große Wunde war nun endlich zu.
Momo bekam noch die letzten Fäden gezogen und die Krause musste leider noch 2 Tage drauf bleiben.

Ich weiß noch genau,es war ein Donnerstag nachmittag als ich ihm so gegen 16Uhr die letzte Mahlzeit gab.Um 18:30Uhr kam mein Lebensgefährte von der Arbeit und zu dem Zeitpunkt saß Momo in der Transportbox,während ich den Käfig von den Handtüchern befreit,gereinigt und frisch eingestreut hatte.
Am Gitteroberteil befestigte ich noch die Bretter und dann ging ich feierlich mit der Schere ans Werk.
Nur ein kurzer schneller Schnitt und die Mullbinde,welche die Halskrause fixiert hatte,war durch,dann noch die Krause übern Kopf ziehen und Momo in den Käfig setzen.

Die ersten wackligen Schritte waren für ihn ungewohnt,denn er wohnte ja fast 4 Wochen auf Handtüchern.

Nach den ersten Schritten steuerte er sofort sein Sandbad an,denn er hatte seit guten 6 Wochen nicht mehr gebadet.Erst die Kastration und dann die Abszesse.
Danach,es kam mir eine Ewigkeit vor,in der er sich badete,marschierte er zielstrebig Richtung Näpfe und futterte was die hergaben.Nachts als ich dann ins Bett ging,sah er wieder wie ein Chinchilla aus.

Freitags abends mussten wir noch mal zu einer allerletzten Kontrolle zum TA. Die verlief ohne Probleme und Samstags vormittags wagte ich den Schritt um Amy und Momo miteinander zu vergesellschaften.
Die ersten 2 Stunden war Gezicke angesagt.Nach einem kurzen Telefonat mit Bini wanderte ich dann mit der Box in der Wohnung umher.
Nahm sie sogar mit ins Bad als ich duschen ging um schlimmstenfalls eingreifen zu können.
Danach transportierte ich die beiden mit zur Arbeit und so gegen 15Uhr konnte ich beide zusammen in den kleinen Käfig setzen.
Es gab noch mal ganz kurz Gemeckere und seitdem herrschte Ruhe und Frieden.
Momo wurde hingebungsvoll von Amy geputzt.Er quietschte nur hin und wieder wenn Amy dann doch mal an eine verfilzte Stelle kam,ließ aber ansonsten alles mit sich geschehen.
Und seit diesem Tag futtert er was die Näpfe hergeben.
Ich habe in den knappen 4 Wochen Behandlung eine Menge mit dem Kerlchen mitgemacht.
Habe nicht nur Zeit sondern auch eine Riesenstange Geld in ihn investiert.
2 Mal war ich mit ihm beim Notdienst, weil ich es alleine nicht geschafft habe. Das erste Mal an diesem 04.05. und dann noch mal um einen weiteren Vorfall beheben zu lassen,denn durch die Wunden passierte es in der Zeit der Behandlung so gute 8 Male das ich einen Penisvorfall selber beheben musste,was ich dank meines TA doch gut bewältigt habe.
Und auch wenn er uns,also meinem Partner und mir ab und an noch skeptisch gegenüber ist,gibt es doch schon viele Momente wo er sich freiwillig von uns anfassen lässt.
Er war während der ganzen Behandlunsgzeit antibiotisch abgedeckt.Momo bekam Baytril,welches er mit ein bisschen Möhrenbrei vermischt gerne nahm.
Für den Darm bekam er BBB,welches umheimlich gerne vom Finger geleckt wurde.


Meinem TA bin ich sehr dankbar dafür,das er Momo so super wieder hinbekommen hat,und mir wirklich jederzeit mit seiner ehrlichen Meinung zur Seite stand. Ich konnte ihn auch jederzeit anrufen bei Problemen,egal ob er nun Notdienst,Sprechstunde oder sogar frei hatte.

Weiter muss ich mich bei meinem Schatz bedanken,der das alles so geduldig mitgemacht hat.Sogar mit ihm zum TA gefahren ist wenn ich nicht konnte und ihn auch gefüttert hat wenn ich arbeiten musste.

Auch Momo muss ich danken,das er mich auch nach all dem was ich mit ihm angestellt habe,immer noch ein bisschen mag. Und ich glaube grade diese Zeit hat zwischen uns beiden eine besondere Beziehung entstehen lassen.

Aber ganz besonders herzlich muss ich mich bei Bini und ihrer Mama Coletta für den dicken,zutraulichen,lieben und dennoch verrückten Chinchillabock namens Momo bedanken der nicht nur mein Leben aufgepeppt hat.Ein weiterer Dank auch dafür, das ich auch heute noch,fast ein Jahr nach der Vermittlung jederzeit bei ihnen anrufen kann wenn ich Fragen oder Problemchen mit den Monstern habe.
Ich weiß,ihr habt beide mitgefiebert und auch um Momo gebangt,und letzten Endes ist alles gut ausgegangen.

Gruß
Bine

P.S. Anbei noch ein Foto von Momo bei seinem ersten Sandbad nach 6 Wochen Sandabstinenz.



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Grüße von Bine
und dem Monster Beany,ebenso von den Himmelmonsterchen Maus,Amy und Momo
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